Bergrettung Kufstein und Umgebung
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Geschichte der Bergrettung Kufstein
1901: Die gute alte Zeit!

Beginnen wir mit dem Jahr 1901.
Damals gründete der langjährige Vorstand der Sektion Kufstein des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins (wie er damals hieß), Anton Karg (1835-1919), eine alpine Rettungsstation.
Anlass dazu waren die steigenden Unfallzahlen im Kaiser. In Innsbruck (gegründet 1898) und München (gegründet 1901) waren ähnliche Bestrebungen im Gange.
Der Kufsteiner Rettungsausschuss bestand aus drei Gruppen: "Bergrettungsdienst" (A. Karg, E. Neumayer, J. Klammer, J. Ostler), "Nachrichtendienst" (Promberger, Kemter, Hofer, Lippott) und "Ärtzlicher Dienst" (Dr. Plattner, Dr. Sturm).
In der Folge entanden Rettungsstellen, u.a. in Hinterbärenbad, Strips, Voderkaiserfelden, Hinterstein, Steinberg und Meldeposten wie Stripsenalm, Hinterkaiserhof, Pfandlhof, Vorder- und Hinterdux, Bärnstatt und Schießling.
Um das Verständnis für den Rettungsdienst zu fördern, wurde demjenigen, der die erste wahrheitgemäße Nachricht von einem alpinen Unfall überbrachte, eine Belohnung von 5 bis 20 Kronen versprochen.
Soweit diese von der Alpenvereinssektion Kufstein (gegründet 1877 vom um das Wohl der Gemeinde hochverdienten Dekan Dr. M. Hörfarter) veranlasste Aktion.

Ein Jahr später beschloss die Hauptversammlung des Deutschen und Österreichischen Alpenvereins in Wiesbaden eine für alle Sektionen verbindliche Regelung des Alpinen Rettungswesens.


Die Kaisergipfel werden zu "Modebergen"

Das Arbeitsgebiet der Rettungsstelle reichte damals vom Kaisergebirge bis zum Pendling. Die Alpenvereinssektion Kufstein war mit bemerkenswertem Eifer und beträchtlichem finanziellen Aufwand bemüht, ihre Hütten (Hinterbärenbad, 1883 bzw. Wiederaufbau nach Brand 1900) auszubauen und neue (Strips 1902) zu errichten.
Daneben wurden Wege versichert und markiert. Diese Erleichterung und der Bau der Voderkaiserfeldenhütte (1900) und der Gruttenhütte (1899) durch andere Sektionen hatten einen starken Zustrom von Gästen, speziell aus Bayern, zur Folge.

Das Kaisertal wurde zu einem zentralen Kletter- und Ausflugsgebiet. Der "Grenzbote" und die "Müncher Zeitung" berichteten laufend darüber. Die Hauptgipfel wie Ellmauer Halt (1869), Totenkirchl (1881), Fleischbank (1886) und Predigtstuhl (1895) waren erstiegen, aber zahlreiche Wände, Grate und Überschreitungen warteten noch auf ihre Erstbegeher. Im Kaiserbuch von Fritz Schmitt sind für das Jahr 1901 22 Neutouren verzeichnet, darunter die erste Besteigung des Christaturms.

2001: Kufstein, die Perle Tirols

Einhundert Jahre später ist Kufstein im Kern zwar gleich, in den Bauten, der Umgebung und dem täglichen Leben aber stark verändert. Wie anders zeigt sich am Beispiel der Bergrettung.
Die Bergrettung Ortsstelle Kufstein u.U. ist über die Landesleitung Tirol (insgesamt 93 Ortstellen) in den Österreichischen Bergrettungdienst eingegliedert. Ihr Einsatzgebiet im Kaiser wurde in Abstimmung mit den benachbarten Ortsstellen auf das Kernstück Kaisertal - Strips - Ellmauer Tor konzentriert. Dazu kommen noch Pendling und Inntalkamm, die Pölven-Nordseite und Gebiete bis zur Bayrischen Grenze am Ursprungssattel.
Die Ortsstelle verfügt über zwei Einsatzfahrzeuge, die erforderlichen Rettungsgeräte, Funkausrüstung, Rettungsmitteldepots, eine Diensthütte am Stripsenjoch und einen Schulungs- und Geräteraum im städtischen Feuerwehrhaus.
Enge Verbindungen bestehen zu den Gemeinden und Tourismusverbänden, Hubschrauberstützpunkten, zur Polizei, Stadtpolizei, Feuerwehr, Wasserrettung, Bergwacht, zum Roten Kreuz usw., wie auch zu den alpinen Vereinen, insbesondere dem OEAV.
 
Copyright by Bergrettung Kufstein und Umgebung. Alle Rechte vorbehalten. Titelfotos von Matthias Burtscher